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Laktose­intoleranz

Laktose ist ein Kohlenhydrat, vor allem bekannt als Milchzucker. Bei einer Laktoseintoleranz wird der mit der Nahrung aufgenommene Milchzucker nicht richtig verdaut. In Deutschland haben derzeit schätzungsweise etwa 17% der Menschen eine Laktoseintoleranz – die Grauziffer liegt höher. Milchzucker kommt in fast allen Milchprodukten vor und wird normalerweise im Dünndarm durch das Enzym Lactase in seine beiden Bestandteile Galaktose und Glucose aufgespalten. Bei Personen mit einer Laktoseintoleranz ist dieses Enzym entweder nur noch in geringen Mengen vorhanden oder fehlt ganz. Deshalb kann der Milchzucker nicht bzw. nicht komplett aufgespalten werden und gelangt unverdaut in den Dickdarm. Dort wird er von den Bakterien im Darm abgebaut, wobei Gase und Stoffwechselprodukte entstehen, die vor allem zu folgenden typischen Beschwerden führen können:

  • Aufstoßen
  • Bauchkrämpfe
  • Blähbauch (Meteorismus)
  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall

Es können aber auch sehr unspezifische Beschwerden auftreten, die mit dem Verdauungssystem eigentlich nicht direkt zusammen hängen:

  • chronische Müdigkeit
  • Erschöpfungszustände
  • Schwindelgefühl
  • Kopfschmerzen
  • depressive Verstimmungen
  • Schlafstörungen
  • innere Unruhe
  • unreine Haut
  • Gliederschmerzen, etc.

Grundsätzlich ist der Abbau der Laktase mit steigendem Alter von Natur aus völlig normal, da das Enzym eigentlich dafür da ist um im Säuglingsalter die Muttermilch aufnehmen zu können. Aufgrund einer Genmutation sind vor allem in Europa Menschen auch im hohen Alter noch in der Lage Laktose zu verarbeiten. Man muss zwischen drei Formen der Laktoseintoleranz unterscheiden:

primärer Laktasemangel: Dies ist die erworbene Form und beginnt am Ende der Stillzeit. Kontinuierlich nimmt dann die Produktion der Enzyme ab. Das ist die weltweit häufigste Form.
sekundärer Laktasemangel: Dieser entsteht in Folge von Darmerkrankungen oder wenn z.B. Antibiotika über einen längeren Zeitraum eingenommen wurde. Im Gegensatz zu den anderen beiden Formen kann diese sich nach Behandlung der Ursache wieder bessern oder auch ganz verschwinden.
kongenitaler Laktasemangel: Diese Form ist angeboren und genetisch bedingt. Sie kommt extrem selten vor und kann für Säuglinge lebensbedrohlich sein.

Die Ausprägung einer Laktoseintoleranz kann unterschiedlich sein:

  • Ist die Intoleranz stark ausgeprägt, verträgt man nur 1-4 g Laktose pro Tag
  • Bei einer mittleren Intoleranz verträgt man 5-8 g Laktose pro Tag
  • Wenn die Intoleranz nur leicht ausgeprägt ist, dann verträgt man 9-12 g Laktose pro Tag

Missachtet man die Signale seines Körpers, kann dieser auf Dauer erheblichen Schaden nehmen. Der gesamte Verdauungstrakt kann aus dem Gleichgewicht geraten, was z.B. zu weiteren Unverträglichkeiten und allergischen Reaktionen führen kann. Die Funktion des Darms kann so stark eingeschränkt werden, dass unter anderem der Serotoninspiegel im Blut gesenkt wird, was wiederum Depressionen hervorrufen kann. Neben erheblichen Stoffwechselstörungen kann es auch zu Störungen im Gehirn kommen.

Laktose ist längst nicht mehr nur in Milchprodukten enthalten, sondern wird vielen industriell hergestellten Produkten zugesetzt. Hinter folgenden Begriffen kann sich Laktose verbergen:

  • Laktose, Lactose, Milchzucker
  • Milch, Milcherzeugnis, Milchzubereitung
  • entrahmte Milch, Sahne, Rahm
  • Butter, Butterschmalz, Buttermilch
  • Käse, Frischkäse
  • Joghurt, Quark/Topfen, Creme Fraiche
  • Kefir
  • Sauermilcherzeugnis
  • Schokoladenzubereitung, Milchschokolade
  • Vollmilchpulver / Magermilchpulver
  • Molke / Molkepulver
  • Süßmolke / Süßmolkepulver
  • Sauermolke / Sauermolkepulver

Laktose wird den meisten Fertiggerichten/Tiefkühlgerichten zugesetzt, wird Gewürzmischungen beigemengt, als Füllstoff für Wurst und Schinken verwendet und befindet sich sogar in Ketchup oder Senf. Generell sollte man darauf achten, dass Milchzucker, der Produkten zugesetzt wird, um ein vielfaches höher ist, als z.B. der Milchzucker in einem Glas Milch. So liegt beispielsweise der Laktosegehalt von Kuhmilch bei 4,8g/100g, bei Magermilchpulver dagegen bei 50,5g/100g.

Was außerdem für Verbraucher irreführend ist: Milchzucker darf theoretisch auch unter dem Begriff „Zucker“ deklariert werden. Enthält ein Produkt Zucker und steht dann in der Nährwerttabelle unter dem Punkt „Kohlenhydraten *davon Zucker“ nicht 0g, so kann damit zumindest teilweise auch Milchzucker gemeint sein. Unter dem Begriff Zucker können nämlich alle Zuckerarten zusammengefasst sein. An und für sich sind das eigentlich geringe Mengen und für jemanden mit Laktoseintoleranz nicht weiter tragisch, wenn man z.B. nicht die ganze Tafel Schokolade isst – dennoch ist es sehr undurchsichtig und verwirrend.

Produkte mit dem Hinweis „Kann Spuren von Milch enthalten“ sind bei Laktoseintoleranz generell gut verträglich, da dies nur bedeutet, dass auf der gleichen Produktionslinie auch andere Produkte hergestellt werden. Damit sichern sich die Hersteller nur ab, denn falls man eine Allergie gegen einige Stoffe aufweist, reichen Spuren bereits aus um Symptome hervorzurufen. Eine Laktoseintoleranz ist nicht mit einer Allergie auf Milcheiweiß zu verwechseln. Dabei handelt es sich um eine Reaktion des Immunsystems, bei der man auf Milchprodukte generell verzichten muss und nicht nur auf den darin enthaltenen Milchzucker.

Das hängt bei einer LI vom Schweregrad ab. Grundsätzlich sollten Milchprodukte nur in Maßen verzehrt oder ganz darauf verzichtet werden. Dies gilt meiner Meinung nach aber nicht nur bei einer Laktoseintoleranz, sondern generell ist es sinnvoller den Konsum von Milchprodukten zu überdenken und zu reduzieren. Lässt man jedoch plötzlich alle Milchprodukte weg, könnte unter Umständen ein Nährstoffdefizit entstehen. Beispielsweise was die Calciumversorgung angeht. Folgende Lebensmittel enthalten viel Calcium und sollten daher als Ausgleich öfter gegessen werden. Die fett getruckten Lebensmittel enthalten besonders viel Calcium pro 100g.

Gemüse/Hülsenfrüchte:

  • Brennessel
  • Braunalgen
  • Brokkoli
  • Fenchel
  • Grünkohl
  • Kichererbsen
  • Mangold
  • Sojabohnen/-sprossen
  • weiße Bohnen

Nüsse/Samen/(Pseudo)getreide:

  • Amaranth
  • Haselnüsse
  • Leinsamen
  • Mandeln
  • Mohn
  • Paranüsse
  • Sesam
  • Sonnenblumenkerne
  • Vollkornprodukte
  • Walnüsse

Kräuter:

  • Dill
  • Gartenkresse
  • Petersilie
  • Schnittlauch

Generell muss dabei natürlich auf eventuelle sonstige Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien geachtet werden.

Wer nicht gänzlich auf Milchprodukte verzichten will, für den gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von laktosefreien Milchprodukte verschiedenster Hersteller auf dem Markt. Derzeit gibt es zwei Verfahren um laktosefreie Milchprodukte herzustellen:

Zum einen das Chromatografische Trennverfahren, eine Methode zur Isolierung löslicher Stoffe, bei dem der Milchzucker zu 100% aus dem Milchprodukt entfernt wird. Dieses Verfahren ist jedoch zeit- und kostspielig für die Industrie.

Das in der Lebensmittelindustrie herkömmliche Verfahren ist die Hydrolyse, wobei den Produkten lediglich Laktase zugesetzt wird. Dadurch wird der Milchzucker bereits im Produkt in seine beiden Bestandteile aufgespalten und kann vom Körper aufgenommen werden.

Außerdem gibt es verschiedene Laktasepräparate auf dem Markt. Meist sind diese in Kapsel- oder Tablettenform erhältlich. Diese eignen sich sicher ab und zu z.B. falls man mal auswärts essen geht – meiner Meinung nach sollte man diese Präparate allerdings keinesfalls täglich nehmen.

Kommentare: 3

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    N.Detering

    7. März 2014

    Hallo Isi,
    Seit ein paar Monaten beschäftige auch ich mich sehr mit meiner Ernährung, Intolleranzen, etc. und bin immer auf der Suche nach neuen Inputs.
    Dein Blog hat mich interessiert und ich habe mich ein wenig eingelesen. Ein paar wichtige Hinweise könntest du vielleicht ergänzen. z.B. die Tatsache, dass Laktose ein wesentlicher Bestandteil von vielen Tabletten ist – nicht nur von der Antibabypille. Ein kleiner Tipp: Den Ausdruck ‚Therapie‘ würde ich für Laktoseintoleranz nicht verwenden.Sie ist nicht heilbar und bedeutet eine lebenslängliche Ernährungsumstellung.
    Danke für die netten Ideen und viel Erfolg.
    N. Detering

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    Lea

    16. Juli 2015

    Hi Isi ich freu mich endlich das man mal unbeschwert essen gehen kann mit deinem food truck ohne die ganzen bauchschmerzen und alles, ich habe selber eine laktoseintoleranz seit einen jahr weiß ich das jetzt und davor waren es nur quallen mit den beschwerden.
    Liebe grüße Lea

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